Von Löwen und Lämmern
Handlung
Die Journalistin Janine Roth von der „Time“ hat einen Termin für ihre Chronik über den amerikanischen Auslandseinsatz bei dem republikanischen Senator Jasper Irving in Washington. Dieser bietet ihr an, sie mit exklusiven Informationen über eine neue Angriffsstrategie in Afghanistan zu versorgen und setzt darauf, dass die Journalistin daraufhin den Krieg in der Öffentlichkeit nicht mehr verteufelt. Zeitgleich bittet Professor Stephen Malley seinen Studenten Todd zu einer Unterredung. Der Professor hat Todds wachsendes Desinteresse an seinem Hauptfach Politikwissenschaft bemerkt und möchte den Grund dafür erfahren. Dazu plädiert Professor Stephen Malley für mehr persönlichen Einsatz in ihrem Land und erzählt von zwei engagierten, ehemaligen Studenten, die sich vor einiger Zeit freiwillig zum Wehrdienst gemeldet haben, um etwas für ihr Land zu tun.
Genau diese beiden Studenten gehören zu den Soldaten, die die neue Angriffsstrategie des Militärs von Senator Jasper Irving ausführen sollen. Doch es gibt Komplikationen: Feindliche Taliban-Krieger greifen ihre Einheit an, was sofort dem Senator in Washington gemeldet wird. Der Kreis schließt sich.
Meinung
In „Von Löwen und Lämmern“ versuchen sich die Amerikaner selbstkritisch. Mit einem Staraufgebot werden unterschiedliche Positionen und Ansichten zu den USA, ihrer Stellung und Verantwortung in der Welt und dem persönlichen Engagement innerhalb des Landes diskutiert. Dabei werden zwei Hauptsituationen geschaffen: Das Treffen mit dem Senator und die Unterredung bei dem Professor. In diesen beiden Situationen lässt der Film zwei gegensätzliche Denkansätze aufeinander prallen und sich maßvolle Wortgefechte entwickeln.
Einen kritischen Blick auf die USA und ihre Position in der Welt zu werfen, ist natürlich ein spannender Ansatz, Filme könnten dazu ein wichtiges Diskussionspodium bieten. Doch erwartet man bei so einem brisanten Thema Diskussionen auf hohem Niveau, Argumente und Ansichten, die einem bis dato unbekannt oder nicht nachvollziehbar erschienen. Stattdessen überrollt der Film uns mit herkömmlichen Standardfragen und -antworten, ist in seiner Denkweise viel zu konventionell und angepasst, mit der Hochhaltung des freiwilligen Wehrdienstes für das Vaterland schon klischeehaft patriotisch. Der Film ist wie zu erwarten mit den vier Personen, die sich unterhalten, sehr dialoglastig, was sich bei adäquaterem Inhalt nicht hätte negativ auf den Spannungsbogen auswirken müssen. Aufgelockert werden die erhofften Anstrengungen für das Gehirn durch die Story der Soldaten in Afghanistan, welche für ein wenig Action in der sonst so mutig ruhigen Inszenierung sorgen.
Der Film zeigt uns die unter Beschuss geraten US-amerikanischen Soldaten, die erhobenen Hauptes im Kugelhagel der Taliban ihr Leben lassen. Dabei hat der Film/die USA ihren Feinden in Gestalt der Taliban wohlweislich kein Gesicht gegeben, sondern lässt sie nur als bedrohliche, schwarze Schatten auftreten.
Zu Gute halten kann man dem Film, dass er für einen amerikanischen Kinofilm sehr kurz ist und uns nicht unnötig lange mit längst bekannten Phrasen quält.
Pseudo-kritische Auseinandersetzung mit aktuellem Thema.
Zur nächsten Filmkritik: Absolute Giganten
Janine Roth: Meryl Streep
Jasper Irving: Tom Cruise
Stephen Malley: Robert Redford
Todd: Andrew Garfield
Soldat: Michael Peña
Soldat: Derek Luke
Regie: Robert Redford | USA, 2007
Länge: 77 min | FSK: ab 12 | Buch: Matthew Michael Carnahan | Kamera: Philippe Rousselot | Ton: Frank E. Eulner | Szenenbild: Jan Roelfs | Schnitt: Joe Hutshing | Musik: Mark Isham | Produktion: Andell Entertainment
