The kids are all right


Handlung

Nic und Jules sind das perfekte Paar. Mit ihren Kindern Laser und Joni leben die Ärztin und die Gärtnerin in einem geräumigen Reihenhaus in der Vorstadt. Die volljährige Joni sieht ihrem College-Beginn entgegen. Ihr 15-jähriger Bruder sucht seinen Weg noch, doch wird ihn zweifellos machen. Bei zwei Müttern aufzuwachsen ist für die Teenager selbstverständlich. Als Laser ihrer beider leiblichen Vater kennen lernen möchte, spürt Joni den lässigen Restaurantbesitzer Paul auf. Der ist erfreut, seinen unbekannten Nachwuchs zu treffen. Bald sitzt die nicht ganz gewöhnliche Patchwork-Gemeinschaft in Nics und Jules Heim zusammen am Tisch. Mit seiner Unverkrampftheit nimmt Paul seine Kinder und besonders Jules für sich ein. Nic spürt, dass ihr Konkurrent sein neuentdecktes Familienleben nicht mehr missen will – und das in Jules ungeahnte heterosexuelle Gefühle für den Kindervater erwachen.

Meinung

Täuschend echt ist der Independent-Look von „The kids are all right“. Doch vergisst man, dass Nic, die in der Rolle des männlichen Ernährers aufgeht, eine Frau ist, enthüllt sich Lisa Choldenkos vorgeblich liberale Beziehungskomödie als Loblied auf konservative Werte. Das reaktionäre Idealbild einer amerikanischen Familie bestätigt sie, indem sie es taktisch geschickt von zwei Frauen vertreten lässt. Für das Air einer toleranten Komödie, die wie „The kids are all right“ auf dem Sundance Festival laufen darf, nimmt die Regisseurin doktrinäre Einbußen hin. Gefangen zwischen zwei Übeln entscheidet sich Choldenko für das, welches bisher weniger probiert wurde: Der Mann muss gehen, traditionelle Werte bestehen.

Nic und der ungebundene Individualist Paul sind nicht nur äußerlich das Gegenteil voneinander, sie repräsentieren unterschiedliche Lebensweisen. Der leicht rüpelhafte Charme des unkonventionellen Pauls lockt Jules, die sich an Nics Seite vernachlässigt fühlt, immer mehr. Das Zusammensein mit seinen Kindern wiederum weckt Pauls geheime Sehnsucht nach einer Familie. Als das erotische Knistern zwischen ihnen Funken schlägt, wird das Familienglück auf eine harte Probe gestellt. So weit schon oft im Kino gesehen – nur eben nicht mit einem Lesben-Paar. Als sei die abgedroschene Handlung von „The kids are all right“ nicht konventionell genug, krönt die Regisseurin sie mit einer denkbar reaktionären Bestätigung des traditionellen Familienschemas. Sanktionierte Zweisamkeit bewährt sich in Krisen, in guten und in schlechten Zeiten, wie es so schön heißt. Die Dialoge und die durchweg überzeugenden Darsteller mag Choldenko noch so unbeschwert inszenieren, beim häuslichen Glück hört der Spaß auf. Dafür muss man bekanntlich hart arbeiten und Opfer bringen. Sich einfach darin einnisten wie Paul gilt nicht!


Den im Grunde von Anfang an ungebetenen Gast sperrt der weiße Reihenhauszaun aus. Friede, Freude, Eierkuchen – und zwar ohne Paul am Esstisch. Diese deprimierend pragmatische Weltsicht haben Nic und Jules vorsorglich an ihre Kinder weitergegeben.


Sie sollten sich nicht trennen, sagt Laser der die Vaterrolle lebendeF Nic in Choldenkos Variation eines traditionellen Gesprächs zwischen Männern. Lasers Begründung ist ebenso dogmatisch wie trist: „Ihr seid zu alt.“ Für die in Choldenkos Komödie verkappt gepredigten konservativen Werte gilt das gleiche.

Die Biederfrauen und der emotionale Brandstifter.

von Lida Bach



Nic: Annette Bening
Jules: Julianne Moore
Laser:Josh Hutcherson

Joni: Mia Wasikowska
Paul: Mark Ruffalo
Tanya: Yaya DaCosta

Regie: Lisa Choldenko | USA, 2010

Länge: 106 min | FSK: ab 12 | Buch: Lisa Choldenko, Stuart Blumberg | Kamera: Igor Jadure-Lillo | Musik: Craig Wedren, Naithan Larson | Schnitt: Jeffrey M. Werner | Produktion: Gary Gilbert, Philippe Hellmann, Jordan Horowitz, Jeffrey Levy-Hinte, Celine Rattray


Ich finde die Kritik ein

Ich finde die Kritik ein wenig zu negativ.

Meiner Meinung nach wollte der FIlm eben zeigen, dass ganz gleich ob Männlein Weiblein oder Weibein Weiblein, in Beziehungen jeglicher Art kommt es zu unstimmigkeiten die manchmal einEigenleben annehmen und es geht darum sich den Tatsachen zu stellen.

Alles unter dem Teppich gekehrte kommt früher oder später raus und zu dir zurück.