South
Handlung
Die Erinnerungen des Kriminellen Bruce sind lückenhaft. Nur eines weiß er sicher: Der versuchte Bankraub in Los Angeles ging gründlich schief. Seine Komplizen sind tot, das FBI hinter ihm her. Schwer verletzt flieht Bruce nach New York, verfolgt von der Polizei und rätselhaften Erinnerungen an eine junge Fremde. Wer die Frau ist, ob die Szenen Traum, Wahn oder Wahrheit sind, kann Bruce nicht sagen. Verbirgt sich in dem Tagebuch, das ihm seine einstige Liebe Maria geschickt hat, der Schlüssel zu seiner Identität? Mit Maria erträumt sich Bruce ein Leben „South“, in Südamerika. Doch dafür braucht er Geld. Während er in seinem düsteren Versteck grübelt, wie er von seinen Auftraggebern seinen Anteil an der Belohnung kriegen kann, begegnet ihm die anziehende Dana. Sie führt Bruce zu dem Klavierverkäufer Al Davies - ein alter Bekannter, der ihm noch einen Gefallen schuldet ...
Meinung
Ein großer Coup, der tödlich schief geht. Ein von der Polizei Verfolgter. Eine erträumte und eine reale Phantom Lady, Eine verhängnisvoller als die Andere. Die Regisseure und Drehbuchautoren Joachim Krenn und Gerhard Fillei verankern ihren experimentellen Kriminalthriller in einer surrealen Schwarz-Weiß-Welt. In zwölfjähriger Arbeit entstand ihr kantiger Psycho-Krimi, dessen langwierige Drehgeschichte etwa in den Luftaufnahmen der New Yorker Skyline sichtbar wird. Der Anblick des World Trade Centers weckt eine Ahnung von Furcht und drohender Vernichtung, deren Zufälligkeit die fatalistische Grundstimmung von „South“ noch verstärken. Farbblitze durchzucken das symbolistisch aufgeladene Szenario. Flashbacks durchzucken die Gedanken des getriebenen Hauptcharakters, der auf einer Tonbandaufnahme aus dem Off einem Psychiater von einem Blutbad erzählt. Streckenweise erinnert „South“ an eine Dogma-Variation der Schwarzen Serie. Das expressionistische Chiaroscuro des Film noir ersetzten verschwommene Grautöne. Mal nervös, mal traumwandlerisch langsam bewegt sich die Kamera durch ein unwirkliches Amerika, in dem die deutschsprachigen Darsteller sich auf Englisch unterhalten. Der Schleier, der Bruce Erinnerung verhüllt, liegt über den Bildern. Zu Beginn verleihen die visuelle Innovation und die symbolträchtige Verschlüsselung der Bilder dem ungewöhnlichen Thriller das Air des Mysteriösen. Je länger sich die skizzenhaften Figuren durch die wirre Handlung quälen, desto flacher erscheinen die Charaktere, desto unausgegorener das Drehbuch.
Alles bleibt undurchsichtig in Filleis und Krenns düsterer Anti-Helden-Geschichte. Doch die unzähligen Schleier aus Amnesie, Lügen und rätselhaftem Gebaren scheinen kein Geheim-nis, sondern ein großes Nichts zu verbergen. Lückenhaft und vage wie Bruces Gedächtnis zu Filmbeginn bleiben die Charaktere, an deren Problemen sich zunehmend das Interesse verliert. Trotz vereinzelter eindrucksvoller Momente, die „South“ hauptsächlich durch den gezielten Bruch mit der konventionellen Kinooptik erreicht, verebbt der spannungsarme Neo-Noir in Bedeutungslosigkeit. In dem Netz, das die Regisseure aus ihren unterschiedlichen Handlungsfäden knüpfen, verfangen sie sich schließlich selbst. Die Auflösung, die im Grunde keine ist, scheint weniger filmische Raffinesse, denn ein Zeichen, dass zuletzt selbst die Autoren das Interesse an ihren Charaktere verloren haben. Ohne Zweifel ist „South“, dessen Fertigstellung immer wieder an finanziellen Mitteln und Produktionsbedingungen zu scheitern drohte, ambitioniert. Doch Manieriertheit und Formalismus machen den sperrigen Thriller für den Zuschauer genauso zum Kraftakt wie für die Regisseure.
Ein Mann sucht sich selbst.
Bruce: Matthew Mark Meyer
Maria: Jimena Hoyos
Dana: Claudia Vick
Mr. Davis: Sal Giorno
Regie: Gerhard Fillei | Österreich, 2009
Länge: 105 min | FSK: ab 16 | Buch: Gerhard Fillei Joachim Krenn | Kamera: Jarrod Kloiber, Joachim Krenn | Musik: Sascha Selke | Schnitt: Gerhard Fillei Joachim Krenn | Produktion: Gerhard Fillei, Carl Hollmann, Joachim Krenn


I habe South heuer am
I habe South heuer am Filmfestivlal in Starnberg gesehen. Ich darf hier bitte einfach den Link zu meinen kommentar auf der imdb.de posten. Schaut euch diesen Film an. So etwas sieht man nicht jeden Tag.
http://www.imdb.de/title/tt1532545/usercomments