No Country for Old Men

Handlung

Llewelyn Moss lebt 1980 mit seiner Frau in einer Wohnwagensiedlung in Texas. Beim Jagen entdeckt der arbeitslose Schweißer in der Einöde der Wüste ein Massaker: Mehrere getötete Mexikaner liegen verstreut zwischen verlassenen Autos, dazwischen eine Wagenladung Heroin und in der Nähe ein Koffer mit zwei Millionen Dollar. Als Moss das Geld an sich nimmt, sind von nun an nicht nur mexikanische Drogenhändler sondern auch der skrupellose Killer Anton Chigurh hinter ihm her, der seine Opfer gerne mit einem Hochdruck-Bolzenschussgerät tötet. Helfen will Moss nur der kurz vor seiner Pensionierung stehende Sheriff der Gegend, der dem Killer Chigurh aber immer mindestens einen Schritt hinterher ist.

Meinung

Die Coen-Brüder brechen in „Country for Old Men“ mit den typischen Erzähl-Klischees großer Hollywood-Filme. Der Film verlässt die Struktur eines klassischen Dramas und traut sich allerlei Eigenarten, die den Sehgewohnheiten des Mainstream-Zuschauers ungewohnt erscheinen werden, doch gerade diese Besonderheiten machen den Film erst interessant. Der schon x-mal verfilmten Story über einen Underdog, der plötzlich von allen Seiten gejagt wird, kann man erst einmal nicht viel abgewinnen, ein typischer Männerfilm eben. Doch dann setzt die nonlineare Erzählweise der Coen-Brüder ein, es gibt keinen klassischen Anfang, keinen deutlich herausgearbeiteten Höhepunkt und ein für manche zu abruptes, auf jeden Fall ein offenes, nicht klar ausgesprochenes Ende. Die Coen Brüder zeigen uns einen abgehalfterten Sheriff, der keine Lust und kein allzu großes Interesse mehr an seiner Arbeit hat, sich fehl in der heutigen Zeit fühlt, mit ihren Veränderungen nicht mehr mitkommt, von den Coen Brüdern herrlich ironisch und knochentrocken inszeniert.


Zum größten Teil des Films ist die Figur des Sheriffs kaum in die eigentliche Handlung involviert, erst durch den Tod Moss leisten sich die Regisseure einen Perspektivwechsel von der Sicht Moss zu der des Sheriffs, und so schafft es die Figur des Sheriffs gerade noch in die Riege der Hauptdarsteller.


Rechnet man den Sheriff mit, gibt es insgesamt drei Hauptfiguren in dem Film. Der einfache wie willensstarke Arbeiter Moss und der verrückte wie gnadenlose Profi-Killer Chigurh liefern sich eine erbitterte Jagd um die zwei Millionen Dollar, keiner bereit aufzugeben. Der Kampf der Beiden ist so intensiv und spannend, weil die Coen-Brüder realistische Dialoge geschrieben, glaubhafte Charaktere inszeniert und mit überzeugenden Darstellern besetzt haben. Nur tiefere Einblicke in die Gefühlswelten der Charaktere fehlen und hätten dem Film mehr Tiefe bringen können.

Spannungsgeladener Männerfilm.


Zur nächsten Filmkritik: Der alte Affe Angst


Llwelyn Moss: Josh Brolin
Anton Chigurh: Javier Bardem

Sheriff: Tommy Lee Jones
Moss Frau: Kelly Macdonald

Regie: Ethan und Joel Coen | USA, 2007

Länge: 123 min | FSK: ab 16 | Buch: Ethan und Joel Coen | Kamera: Roger Deakins | Ton: Craig Berkey | Szenenbild: John P. Goldsmith | Schnitt: Ethan und Joel Coen (als Roderick Jaynes) | Musik: Carter Burwell | Produktion: Ethan und Joel Coen, Scott Rudin


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