Männer im Wasser


Handlung

Für den arbeitslosen schwedischen Journalisten Fedrik und seine Freunde ist es ein Sprung ins kalte Wasser. Ihre Hockey-mannschaft stand einst kurz vor dem nationalen Meistertitel. Nun finden die gealterten Sportler nicht einmal mehr eine Sporthalle zum Trainieren. Ein im Schwimmbad gefeierter Junggesellen-Abschied liefert die entscheidende Inspiration, wie die aus der Form geratenen Versager doch noch zu Siegern werden könnten. Fredrik, Charles, Larry, Victor und Kjelle beschließen, Synchronschwimmer zu werden. Aus der buchstäblichen Schnappsidee wird Ernst, als Charles bei dessen geschiedener Frau Lotta lebende Tochter Sara das Amateur-Team zu trainieren beginnt. Auf dem Weg zur Weltmeisterschaft müssen die „Männer im Wasser“ einige Klippen umschiffen. Männliche Synchronschwimmer sind den Schweden noch fremder als den Mannschaftsmitgliedern ihre Sportart.


Wider erwarten zeigt Saras Training Erfolg. Doch Lotta will mit ihrer Tochter nach England umziehen und die Sportler sind selbst nicht frei von den Vorurteilen, gegen die ihre Mannschaft ankämpft.


Meinung

Nur durch Niederlagen könne man sich verbessern, behauptet Fredrik zu Beginn. Träfe dies zu, könnten die Drehbuchautoren Jane Magnusson und Mans Herngren sich gratulieren. Ihr witzloses Wasserballett hat reichlich Gelegenheit zur Verbesserung. „Ich wollte einfach einen Film machen, den ich selber mag.“, verkündet der Regisseur. Vielleicht ist ihm wenigsten dies gelungen. Was Herngren, der auch Regie führte, als originäre Idee vermarktet, ist tatsächlich ein fantasieloser Abklatsch von „Ganz oder gar nicht“ und „Cool Runnings“. Ein in der eigenen Disziplin gescheitertes Sportteam muss sich in einer landesuntypischen anderen Sportart behaupten. Eine Männer-Clique stellt sich einer persönlichen Heraus-forderung und der Midlife Crisis. Die Vorurteile, gegen die dabei gekämpft werden muss, gibt es in „Männer im Wasser“ folglich im Doppelpack. Statt gegen solche anzugehen, zelebriert Herngrens Komödie sie. Zickige Ex-Frau, fiese Emanzen, ein affektierter Quoten-Schwuler und der Quoten-Schwarze muss als Homophobiker herhalten. „Es klingt vielleicht wie ein Klischee.“ Nein, es ist eines.

Die vorhersehbare Handlung und die Dialog-Plattitüden machen das beschränkte Schauspiel-talent des Ensembles nicht vergnüglicher. Sogar die Protagonisten scheinen das zu wissen: „Ich bin total unfähig.“ , bekennt Einer von ihnen, worauf Fredrik beschwichtigt: „Unfähig sind wir doch alle.“ Besonders das Autorenduo, das den langatmigen Plot um den vom Titel verkündeten Witz konstruiert. Witz? „Männer im Wasser“ findet der Regisseur per se komisch. Zufolge der Handlung müssten sich vor Schwimmbädern lachende Menschen-mengen sammeln. Männer schwimmen! In Badekleidung! Überhaupt: Männer in der Droge-rie, Männer kochen, Männer - ! Was im Zirkus der Clown, scheint für manche Filmemacher im modernen Leben der Mann zu sein. Wie sonst ließen sich deutsche Komödien-Titel wie „Männerherzen“, „Männer wie wir“ oder Dorris Dörris Nonplusultra „Männer“ erklären. Auslän-dische Filme, die nicht mitmachen, werden umbenannt: „Männer al dente“. Der Originaltitel „Allt flyter“ vermag den abgeschmackten Humor nicht erträglicher zu machen. Die zu Witzfiguren deklarierten Charaktere werden abfällig belächelt. Die Filmperspektive spiegelt sich in der Saras, deren schärfster Vorwurf gegen ihren Vater ist, ein „weißer, heterosexueller Mann“ zu sein. Herngrens „Männer im Wasser“ mögen schließlich im kühlen Nass schweben. Seine ermüdende Komödie geht rettungslos unter.

Der Humor säuft auf der Leinwand ab.

von Lida Bach



Fredrik: Jonas Inde
Charles: Andreas Rothlin Svensson
Larry: Jimmy Lindström

Victor: Peter Gardiner
Sara: Amanda Davin
Lotta: Paula McManus

Regie: Mans Herngren | Schweden, Deutschland, 2009

Länge: 100 min | FSK: ab 6 | Buch: Jane Magnusson, Mans Herngren | Kamera: Henrik Stenberg | Szenenbild: Mikael Varhelyi, Linda Janson | Musik: The Soundtrack of our Lives | Schnitt: Fredrik Morheden | Produktion: Rebecka Hamberger