Einer kam durch
Handlung
Im Jahr 1940 ist Franz von Werra Fliegeroffizier bei der deutschen Luftwaffe, als sein Flugzeug über England abgeschossen wird. Er kommt in britische Kriegsgefangenschaft, aus der er immer wieder versucht, auszubrechen.
Schließlich gelingt ihm aus Kanada die Flucht in die noch neutralen USA, um von dort nach Deutschland zurückzukehren.
Meinung
„Einer kam durch“ ist die Geschichte von Franz von Werras Flucht aus der britischen Kriegsgefangenschaft, eine wahre Geschichte, die weltweit für Schlagzeilen sorgte, denn er war der Einzige, dem je eine Flucht aus britischer Gefangenschaft gelang. Der Film hält sich nicht mit langen Einführungen auf, er beginnt mit von Werras Flugzeugabsturz und schon nach zwei Minuten befindet er sich in Gefangenschaft. Aus jedem Lager, in das er versetzt wird, beginnt die nächste Episode des Films, beginnt immer wieder mit der Durchführung des schon geschmiedeten Fluchtplanes, wir sind sofort mittendrin. Die hohe Erzähldichte verhindert wunderbar, dass irgendwo Längen entstehen.
Der Film zeigt, wie Franz von Werra zu Beginn des Filmes die britischen Offiziere immer wieder dazu drängt, von den Offiziershäusern in ein Kriegsgefangenenlager verlegt zu werden, nur um uns dann zu zeigen, dass sein Hauptdarsteller von dort flüchten will. Diese Fluchtversuche sind spannend inszeniert, wir bangen mit dem Hauptdarsteller, spüren die Kälte und die Schwere des Bootes, das er im kalten Kanada über das Eis schiebt. Doch leider zeigt uns der Film die Gefangenenlager und die Fluchtversuche daraus als Abenteuer, als Spaß mit ein wenig Nervenkitzel, niemand ist oder tut wirklich etwas unsympathisches, weder die Briten noch die Deutschen, alle gehen respektvoll miteinander um, alles Männer voller Ehrgefühl. Dazwischen ein immer grinsender und gut gelaunter Hardy Krüger in der Rolle des von Werras, leider nur ein sehr eindimensional inszenierter Charakter. Das macht den Film leichter, als er sein müsste und viel zu unkritisch dem Krieg im allgemeinen als auch den Nationalsozialisten gegenüber. Trotz alledem versteht es der Film, den Zuschauer zu fesseln.
Ein für den Stoff zu leichtes, aber spannendes Abenteuer.
Zur nächsten Filmkritik: Nackt
Franz von Werra: Hardy Krüger
Army Verhörer: Colin Gordon
R.A.F. Verhörer: Michael Goodliffe
Hucknall: Alec McCowen
Regie: Roy Ward Baker | Großbritannien, 1957
Länge: 109 min | FSK: ab 6 | Buch: Howard Clewes | Kamera: Eric Cross | Ton: C.C. Stevens | Szenenbild: Edward Carrick | Schnitt: Sidney Hayers | Musik: Hubert Clifford | Produktion: Julian Wintle Production
