Burn after reading

Handlung

Linda Litzke ist 42 und mit ihrem Aussehen nicht mehr zufrieden. Doch von ihrem Gehalt als Trainerin im Fitness-Studio „Hardbodies“ kann sie sich die ersehnte Schönheits-OP für Beine, Bauch, Arme und Gesicht nicht leisten. Als ein Kollege in einer Umkleidekabine eine CD mit undefinierbarem, geheimnisvollem Inhalt findet, wittern Linda und ihr trotteliger Kollege Chad Feldheimer ihre große Chance. Sie finden den Besitzer der CD heraus, den ehemaligen CIA-Mitarbeiter Osbourne Cox, von dem sie 50.000 Dollar für die Rückgabe fordern. Doch Osbourne Cox hat andere Probleme, als die CD mit den angefangenen Memoiren seiner Karriere zurück zu bekommen: Gerade erst gefeuert will ihn seine Frau Katie wegen des verheirateten Womanizers Harry Pfarrer verlassen, der als Sicherheitsbeamter arbeitet, sich ständig beobachtet fühlt und durch eine Anzeige Linda Litzke kennen lernt.


Als Osbourne Cox die Bezahlung der 50.000 Dollar ablehnt, beschließt das Erpresser-Duo die russische Botschaft von der CD in Kenntnis zu setzten, was die CIA auf den Plan ruft, die die Eskalation der Situation noch vorantreibt.

Meinung

Die Coen-Brüder haben mit „Burn after reading“ einen unterhaltsamen, kurzweiligen Film geschaffen, der Sinn und Sinnlosigkeit auf die Schippe nimmt. Mit gekonnt genau gezeichneten, sehr speziellen Charakteren führt uns der Film in ein Durcheinander menschlichen Handelns. Die Schauspieler überzeugen allesamt, besonders Brad Pitts und George Clooneys treudoofe Gesichtsausdrücke machen den Film lohnenswert.

Die auf den ersten Blick sinnfrei erscheinende Geschichte führt uns mit seinen Kettenreaktionen amüsant die überforderte Führung des Landes mit den harmlosen und nicht allzu cleveren Erpressern Linda und Chad vor, die nach dem ihnen vermittelten Weltbild noch immer Russland als potenziellen Feind der USA ansehen. Dazu bewegt sich der Handlungsverlauf fern von einer geradlinigen Plot-Entwicklung. In Schlangenlinien und mit vielen überraschenden Wendungen führen uns die Regisseure durch diese bissig-lustige Satire.


So stellt sich der Frauenheld und notorischer Fremdgeher und Lügner Harry Pfarrer selbst als der Betrogene heraus, die CIA richtet mehr Schaden an, als dass sie hilft und Linda Litzke bekommt nach den zahlreichen Morden von der CIA doch noch ihre Schönheits-OP finanziert. Es ist ein ironisch-böses Happy-End mit vielen grundlos Toten.


Brutal witzig.


Zur nächsten Filmkritik: Der Baader Meinhof Komplex


Linda Litzke: Frances McDormand
Chad Feldheimer: Brad Pitt
Osbourne Cox: John Malkovich

Katie Cox: Tilda Swinton
Harry Pfarrer: George Clooney

Regie: Joel & Ethan Coen | USA, 2008

Länge: 95 min | FSK: ab 12 | Buch: Joel & Ethan Coen | Kamera: Emmanuel Lubezki | Ton: Craig Berkey | Szenenbild: David Swayze | Schnitt: Joel & Ethan Coen | Musik: Carter Burwell | Produktion: Mike Zoss Productions, Relativity Media, Studio Canal, Working Title Films


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