Bugsy Malone
Handlung
Im Chicago der Zwanziger herrscht ein erbitterter Bandenkrieg zwischen der Untergrundgröße Fat Sam und dem reichen Schnösel Dandy Dan. Dazwischen lebt Bugsy Malone, ein charmanter Tunichtgut, der von kleinen Gaunereien lebt. Doch dann lernt er die arbeitslose Sängerin Blousey kennen, die vom entfernten Hollywood träumt, und verhilft ihr zu einem Job in Fat Sams Lokal. Dort tritt auch die begehrte Tallulah auf, die schon länger ein Auge auf Bugsy geworfen hat. Eines Tages braucht der große Boss Fat Sam Bugsys Hilfe.
Meinung
"Bugsy Malone" erzählt mit Absicht eine Klischee-Bandenkriegsgeschichte, lässt jedoch alle Rollen von Kindern spielen. Die auf erwachsen getrimmten Knirpse fallen mit Waffen übereinander her, die aus Sahnetorten und der neuen Wunderwaffe "Frustkanone" bestehen, welche ebenfalls Sahnekugeln abfeuert. Tot bzw. "kaltgestellt" sind die kleinen Kinder danach trotzdem, traurig ist darüber aber nie eines. Nein, es wird munter weiter sinnlos zerstört, verfolgt und geschossen. Man fragt sich nach der Zielgruppe dieses Films, da er weder kindgerechte Themen bietet, noch Charaktere zeigt, mit denen sich Kinder identifizieren können. Auch ist die Art, wie die Kinder gezeigt werden, sehr bedenklich. Sie werden in ihrem jungen Alter schon als hinterhältig und brutal charakterisiert, die Jungen als kleine Chauvinisten gezeigt.
Und auch für Erwachsene ist dieser Film wenig amüsant. So sind die Knirpse die ersten Minuten in ihren Anzügen und Kleidchen, angeklebten Bärten und stark geschminkten Mündern ganz putzig anzuschauen, verlieren aber schnell ihren Reiz. Dazu die in Kindermünder gelegten Gesangseinlagen von Erwachsenen, die häufig sinnfreien und gestellten Dialoge, insgesamt kann das angestrebte Ziel einer ungwöhnlichen, heiteren Komödie nicht umgesetzt werden. Für ein moralisch korrektes Ende, lässt der Film in den letzten zwei Minuten die aggressiven Kinder sich in Freunde verwandeln, die sich alle lieb haben, ein ungewöhnlich schlechter und unglaubwürdiger Lösungsansatz für Streitigkeiten und absolut ohne jede Vorbildfunktion für die Kleinen.
Kinderquatsch mit Alan
Zur nächsten Filmkritik: Nachtgestalten
Bugsy Malone: Scott Baio
Blousey: Florrie Dugger
Tallulah: Jodie Foster
Fat Sam: John Cassisi
Dandy Dan: Martin Lev
Regie: Alan Parker | Großbritannien, 1976
Länge: 94 min | FSK: ab 6 | Buch: Alan Parker | Kamera: Peter Biziou, Michael Seresin | Ton: Clive Winter | Szenenbild: Malcolm Middleton | Schnitt: Gerry Hambling | Musik: Paul H. Williams | Produktion: A Goodtimes Enterprises, Alan Parker's Film
